Page 16 - Elektrosmog und Glyphosat
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 Wer hat nicht schon von Glyphosat gehört oder gelesen? Die einen preisen es als große Hilfe gegen den Welthunger und als Garant für mehr Ertrag in der Landwirtschaft, so sicher wie Tafelsalz – so die Werbung vom Hersteller Monsanto beziehungsweise Bayer –, für die anderen ist es der wahre Alptraum, der die Welt zerstört. Bauern gehen weltweit auf die Straße, wenn von der Regierung zum wiederholten Mal ein Verbot von Glyphosat droht. Die Landwirte demonstrieren dabei in gutem Glauben an die Aussagen der Hersteller, die versichern, dass alles wissenschaftlich belegt ist. Umweltschützer wiederum protestieren gegen die Anwendung von Glyphosat – oder wenn wieder mal das angestrebte Verbot dieses Herbizids von der Politik gekippt wird. Beide Szenarien – Verbot und Freigabe – werden seit vielen Jahren mit Verve und viel Herzblut durchgespielt. Mal scheint das Glück die eine, mal die andere Seite zu begünstigen, sehr zum Unglück der jeweils anderen Seite. Die Diskussionen werden oft hitzig geführt. Man spürt auf beiden Seiten die existenzielle Angst. Hier die einen, die ihre finanzielle Lebensgrundlage gefährdet sehen, dort die anderen, die um ihre Gesundheit, die Zukunft ihrer Kinder und das Wohlergehen des gesamten Planeten fürchten.
Wie so oft werden wir emotional, wenn wir nicht genug wissen und wenn viel auf dem Spiel steht. Niemand würde sich heute noch aufregen, wenn ihm ein Mensch begegnet, der darauf beharrt, die Erde sei eine Scheibe. Und man fragt sich, wie es sein kann, dass es auch bei anderen Themen wie dem Sinn und Unsinn von Impfungen oder der Gefährlichkeit von elektromagnetischen Feldern keine rationale und unwiderlegbare Antwort gibt. Gibt es keine Studien? Gibt es keine Statistiken? Gibt es keine belastbaren Beweise für die eine oder andere Seite, die dieses Thema ein für alle Mal klären? Wir sprechen hier ja nicht von persönlichen Vorlieben; es geht also mitnichten darum, ob man lieber Krawatte oder Fliege trägt.
Natürlich kann es eine Priorität und Wertebeurteilung geben: Geht es mir um Gesundheit oder Wirtschaftswachstum? Will ich Gewinn oder Nachhaltigkeit? Stehe ich im Vordergrund – ersatzweise meine Familie, Firma oder mein Land – oder unsere Erde als Grundlage allen Lebens? »Amerika zuerst«? Die Menschheit zuerst? Oder aber die Schöpfung zuerst? Wir müssen uns bei solchen lebenswichtigen Themen bemühen, einen klaren Kopf zu bekommen, damit wir ungetrübte Entscheidungen
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